Spruch des Tages – Lauf langsamer

„Lauf langsamer,

dann siehst Du mehr.“

Tania Manteufel

 

oder

 

„Alles, was Du neu lernen möchtest,

das tue langsam.“

Silvio Bollmann

Mein Klavierlehrer

 

 

Ihr Lieben, das ist ja so witzig :o) Den Spruch nämlich, den ihr oben als erstes seht, den hatte ich schon vor einigen Tagen oder bald über einer Woche aufgeschrieben und mir in unsere Entwürfe gepackt als Erinnerung daran, dass ich dazu noch etwas schreiben wollte. Da wir aber in der Zwischenzeit ja so eine tolle und liebe Einladung an die Nordsee erhalten hatten, war ich bislang noch nicht dazu gekommen. Gerade aber war ich dann mal wieder auf einem – langsamen – Spaziergang an der frischen Luft unterwegs als mir dieser Blogeintrag wieder in den Sinn kam und ich in diesem Zusammenhang daran denken musste, was mein Klavierlehrer, Silvio Bollmann, gestern zu mir sagte. Dieses „langsame“ Spazierengehen möchte ich nämlich gerade lernen, deshalb passte das jetzt auch so schön.

Der Witz ist aber, dass er diesen Satz gestern zu mir sagte, nur natürlich in einem ganz anderen Zusammenhang. Ich nehme jetzt nämlich – endlich – Klavierunterricht. Jawoll! Endlich deshalb, weil ich das ja schon soooo lange mal machen wollte. Mich aber nie dazu aufgemacht hatte. Ähm… Ja, warum eigentlich nicht? Ich weiß es selbst nicht! Was ich aber weiß ist, dass ich irgendwann einmal, da war ich noch ganz klein… naja, vielleicht sooo klein nun auch wieder nicht, aber doch noch recht jung und zart… mit unserer Mutter und meinem Bruder auf Besuch bei Menschen war, die ich auch nicht mehr kenne und auch gar nicht mehr weiß, warum und woher überhaupt. Was ich noch weiß ist, dass es Asiaten waren und dass sie ein Klavier hatten. Und ich freundlicherweise einmal neben ihrer Tochter auf der Klavierbank sitzen durfte und sie mir den Flohwalzer beigebracht hatte. Ja, ich weiß, alte Klavierhasen werden jetzt an dieser Stelle lang und ausführlich gääääääääääähnen. Denn der Flohwalzer ist ja sowas von einfach. Ja, das weiß ich auch, aber genau deshalb war ich ja damals als Kind auch so unglaublich erfreut darüber, dass ich nach nicht mal unglaublichen – ich weiß es jetzt ja nicht mehr, wie lang das noch war – Minuten – sag ich dann jetzt einfach mal – schon ein Liedchen spielen konnte, das mir auch noch gefiel. Ich war ganz außer mir und in diesem Moment gab es etwas Entscheidendes. In diesem Moment nämlich hüpfte mein Herz und sagte, „Ja Kind, dann mach das doch mal!“.

Wie gesagt, hab ich es dann irgendwie aber doch liegen gelassen und nicht gemacht. Irgendwann dann bekam ich mal von meinen Eltern eine kleine Kinderorgel geschenkt und ich war wieder ganz stolz. Ich konnte nämlich nach ziemlich kurzer Zeit all die schönen Lieder, die in dem beigefügten Heft standen, nachspielen. Zugegeben, es war eine Orgel, die man nach Zahlen spielen konnte und nicht nach Noten. Nagut, Malen nach Zahlen ist ja auch nicht sooo schwer.

Dennoch, irgendetwas hatte mich gepiekst. Und dieses irgendetwas ist bis heute geblieben und wachte wieder auf, als ich mich im letzten Jahr mit jemandem mailenderweise unterhielt und er mir erzählte, dass er gerade auf seinem Klavier ein Stück von Beethoven gespielt hätte. In meiner Vorstellung, saß er also da auf seinem Klavierhocker, ganz allein im abgedunkelten Zimmer, nur die Tür stand offen und ein leichter Lichtschein erhellte sein Klavier, und spielte voller Inbrunst Beethovens 9. Ja, das war so eine schöne Vorstellung. Da war es wieder. Dieses Hüpfen in meinem Herzen, das da wieder sagte, „Menschenskinners, nu mach doch mal, Du möchtest doch so gern!“. Ja, das wollte ich!

Nun hat es zwar noch einmal ein Jahr gedauert. Aber was soll ich sagen, manche Dinge brauchen wahrscheinlich einfach ein wenig länger. Dafür ist es dann aber JETZT ENDLICH soweit und ich bin schon zu meiner sage und schreibe (Jajajajaaa!!) 2. Klavierstunde gewesen :o) Ich weiß, ihr werdet jetzt lachen. Aber es ist sooooo schön!!! Wann habt ihr zuletzt etwas angefangen, das schon so lange auf sich warten ließ? Ich sag Euch, tut es! Wartet nicht mehr länger! Ihr werdet Euch sooo freuen!!

Jedenfalls erklärte mir mein Klavierlehrer, Herr Bollmann, gestern, dass sich, weil ich ja Rechtshänderin bin, die linke Hand am Anfang immer etwas schwerer tun wird, als die rechte und ich daher doch mit der linken etwas mehr üben solle. Wohlgemerkt aber, immer schön langsam, damit sich neue Synapsen erst einmal bilden können. Eine neue Straße sozusagen also erst einmal aufgebaut werden kann. Autobahnen, die von Heute auf Morgen fertig sind, halten ja auch nicht unbedingt, was sie versprechen und man muss da womöglich bald schon wieder ran.

Also, was ich sagen will: Ja! So ist es! Denn passend dazu habe ich doch auf meinem Wege heute gerade lustigerweise ganz ganz viele kleiner witziger putzeliger Schneckenbabys gesehen, die einem tatsächlich nur dann auffallen, wenn man wie ich gerade das langsame Gehen erlernen will :oD

Und deshalb habe ich Euch auch ein solches süßes Schneckchen passend zum Thema einmal mitgebracht. Schaut daher: Die tut genau das, was wir wohl alle ruhig einmal öfter wieder, genau wie unsere Kinder auch, tun sollten. Sich den Blütenstengel voller Gemach von unten mal etwas genauer anzuschauen *hihi*

 

Foto: © Chris Manteufel

 

In diesem Sinne also: Schneckenrennen, ihr Lieben, Schneckenrennen!! :oD

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Übrigens, wer selbst nun gerne nach meinem kleinen Exkurs zurück in meine Kindheit und den Dingen, die ich immer schon mal tun wollte, Lust bekommen hat, ein Instrument wie zum Beispiel das Klavier spielen erlernen möchte, der meldet sich sehr sehr gerne bei der Musikschule Fröhlich Silvio Bollmann.

Ich kann Euch Herrn Bollmann als Musiklehrer nur ganz doll wärmstens ans Herz legen!!! Der macht das soooo toll und interessant!!!  Wie gesagt, bin ich erst zum zweiten Mal da gewesen. Ich bin aber von seiner Art, den Stoff rüberzubringen, sehr sehr angetan und überzeugt. Mittlerweile bin ich ja auch kein Kind mehr und habe schon einiges sehen dürfen und denke daher, dass ich inzwischen schon ganz gut einschätzen kann, ob jemand etwas gut macht oder nicht. Außerdem ist unser Kind, der über die Kita, in der er ist, auch Musikunterricht bei Herrn Bollmann nimmt, ebenfalls sowas von ihm angetan, dass es immer mittwochs bei uns zuhause heißt: „Heute ist Bollmi-Tag, Heute ist Bollmi-Tag!“ Das kann doch also nur gut sein, oder? Ihr wisst ja: alles, was Spaß bringt, macht man gerne und vor allem freiwillig. Anders als die Dinge, die man muss ;o)

 

Ganz liebe Grüße an Euch da draußen!

Ich glaube, wir können Euch ruhig schon ein wunderbares Wochenende wünschen, oder?

Auf jeden Fall Sonne – im Herzen und in der Luft :o))

Alles Liebe für Euch!

Eure Tania

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